Sonntag, 22. Mai 2005

Kapitel 5 -Experten wollen uns für dumm verkaufen-

Es gibt also wie in Kapitel 3 einmal die Desinformation mit klarem Vorsatz. Zu schaffen macht uns aber die Desinformation mit bedingtem Vorsatz: der Zunftjargon (Jägersprache usw.), das Behörden-Chinesisch, das griechisch-lateinisch-englische Kauderwelsch. Sicher muss man den Fachsprachen zugute halten, dass das Fachwort dem, der es beherrscht, Erleichterung bringt, und im Idealfall kann die Fachsprache auch die Gemeinsprache bereichern, wie z.B. folgende Begriffe aus Bergbau und Jägersprache: die Fundgrube und das Hetzen.
Unschön ist es jedoch, wenn diese oder andere Berufsgruppen, wie z.B. Ärzte, Soziologen oder Physiker uns diese Sprache aufzwängen, die Stirn runzeln und uns korrigieren, wenn wir normales Deutsch reden. Redet der Jäger z.B. von der Blume, so meint er das Stummelschwänzchen eines Hasen, also warum sagt er das nicht, wenn er mit uns redet? Es wäre doch für ihn nur eine geringe Mühe, das deutsche Wort zu wählen.
Somit grenzen sich die Experten und ihre Nachbeter auf diese Weise hochmütig von den Laien ab, erkennen einander am Zunftjargon und steigern ihre Lebensqualität.

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