Kapitel 7 -Weg mit den Adjektiven-
Die Eigenschaftswörter (Adjektive) sind die am häufigsten überschätzte und am meisten missbrauchte Wortgruppe. Nach Schneider produzieren sie Tautologien (die Bezeichnung desselben durch verschiedene Ausdrücke), wie z.B. schwere Verwüstung, was soll denn eine leichte Verwüstung sein? Oder das Schild „Neu renoviert“, was ist denn bitte schön renovieren sonst?
Am häufigsten kommen Adjektive in der Form vor, dass sie zusammengesetzte Hauptwörter zerlegen: Statt „Elternhaus“ „elterliches Haus“ oder „saisonale Schwankungen“ statt „Saisonschwankung“. Hier denkt man sich vielleicht nichts dabei, aber mal ehrlich, wie sieht es aus mit: „mondliche Finsternis“ oder „schriftlicher Steller“? Man sollte daher immer prüfen, ob sich nicht ein Adjektiv verscheuchen lässt, denn „im schulischen Bereich“ ist sowohl um zwei Silben länger und ungleich hässlicher als „in der Schule“.
Unfug richten Adjektive auch dort an, wo sie die Logik auf den Kopf stellen, weil sie auf das falsche Substantiv bezogen sind. Der Besitzer eines vierstöckigen Hauses ist niemals ein vierstöckiger Hausbesitzer, und der atlantische Tiefausläufer ist ja kein Tief das atlantisch ausläuft, sondern ein Atlantiktief, das seine Ausläufer schickt. Somit sollten wir die geräucherten Schinkenhändler endlich in die redaktionelle Überlegungsphase ziehen und der logischen Widersinnigkeitsproblematik den Garaus machen.
Zu den schlechten Eigenschaften des Adjektivs gehört auch, dass es sich steigern lässt, wie z.B. in „keinster“ Weise. So viel ist klar: Nicht steigern lässt sich z.B. dreiseitig, einzig, eisern, ideal, schulfrei oder tot. Doch andere Adjektive, bei denen es nicht minder klar sein müsste, werden gesteigert: alltäglich, bedeutet denn täglich was anderes?
Schneider sagt, dass Adjektive nur erlaubt sind, wenn sie unterscheiden (das blaue, nicht das grüne Kleid), werten (ein sehenswerter Film) oder ausnahmsweise verdeutlichen (er knöpfte sich eine Weste über seinen weitläufigen Leib). Also, mit Adjektiven größte Vorsicht, jedes gestrichene, ist als Gewinn zu betrachten!
Am häufigsten kommen Adjektive in der Form vor, dass sie zusammengesetzte Hauptwörter zerlegen: Statt „Elternhaus“ „elterliches Haus“ oder „saisonale Schwankungen“ statt „Saisonschwankung“. Hier denkt man sich vielleicht nichts dabei, aber mal ehrlich, wie sieht es aus mit: „mondliche Finsternis“ oder „schriftlicher Steller“? Man sollte daher immer prüfen, ob sich nicht ein Adjektiv verscheuchen lässt, denn „im schulischen Bereich“ ist sowohl um zwei Silben länger und ungleich hässlicher als „in der Schule“.
Unfug richten Adjektive auch dort an, wo sie die Logik auf den Kopf stellen, weil sie auf das falsche Substantiv bezogen sind. Der Besitzer eines vierstöckigen Hauses ist niemals ein vierstöckiger Hausbesitzer, und der atlantische Tiefausläufer ist ja kein Tief das atlantisch ausläuft, sondern ein Atlantiktief, das seine Ausläufer schickt. Somit sollten wir die geräucherten Schinkenhändler endlich in die redaktionelle Überlegungsphase ziehen und der logischen Widersinnigkeitsproblematik den Garaus machen.
Zu den schlechten Eigenschaften des Adjektivs gehört auch, dass es sich steigern lässt, wie z.B. in „keinster“ Weise. So viel ist klar: Nicht steigern lässt sich z.B. dreiseitig, einzig, eisern, ideal, schulfrei oder tot. Doch andere Adjektive, bei denen es nicht minder klar sein müsste, werden gesteigert: alltäglich, bedeutet denn täglich was anderes?
Schneider sagt, dass Adjektive nur erlaubt sind, wenn sie unterscheiden (das blaue, nicht das grüne Kleid), werten (ein sehenswerter Film) oder ausnahmsweise verdeutlichen (er knöpfte sich eine Weste über seinen weitläufigen Leib). Also, mit Adjektiven größte Vorsicht, jedes gestrichene, ist als Gewinn zu betrachten!
chaoskatrin - 9. Jun, 15:28
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