Freitag, 8. Juli 2005

Kapitel 12 -Weg mit den Marotten-

Ohne Mätzchen schreiben, nicht mit Wörtern protzen, nicht auf Glatzen Löckchen drehen – das ist eine klare Regel, über die sich alle einig sind. Leider umschlingen viele Journalisten ihre Sätze mit exotischen Vokabeln und lassen Wörter in pompösen Polonaisen paradieren. Auch ist es zum Trend geworden, die Überschriften so zu gestalten, dass es heißt: „Bauern, Bonzen, Bomben“, oder „Titel, Thesen, Temperament“. Das hat mit gutem Deutsch nichts zu tun. Wie auch schon vorher, kreidet Schneider den Spiegel an, der leider für Viele zum Vorbild mutiert, mit der Nutzung der deutschen Sprache. Zu einem der vielen Angriffe auf sein verquastes Deutsch konnte man im Spiegel lesen: “Absicht und Zwang, auf möglichst wenig Raum möglichst viel mitzuteilen, zwingt im Deutschen zu Spracherfindungen, die sich um Purismus nicht immer kümmern. Eine Schutzbehauptung! Denn diese Zitat aus dem Spiegel, könnte sehr wohl deutlich besser formuliert sein: „Schnaps wird dann wieder Schnaps sein. Warten wir auf den Mai. Windige Wende. Wendige Winde. Oder auch: windige Wände. Tendenz, Tendenz…“ Also mal ehrlich, was soll man dazu noch sagen?
Was leider allzu oft verloren geht, ist der Genitiv. So schrieb das HH Abendblatt: „die Scheidung von Queen-Schwester Prinzessin Margaret“, anstatt „die Schwester der Queen“. Hier wäre mit bescheidenen Mitteln „normales Deutsch“ entstanden.

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Zuletzt aktualisiert: 20. Dez, 18:08

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